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Qualifizierungschancengesetz

Das Qualifizierungschancengesetz verbreitert den Zugang zur Weiterbildungsförderung für beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zugleich werden die seitherigen Förderleistungen verbessert. Die Maßnahmen zielen auf Beschäftigte, die berufliche Tätigkeiten ausüben, die durch Technologien ersetzt werden können, in sonstiger Weise von Strukturwandel betroffen sind oder die eine berufliche Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben, also in einem Beruf, in dem Fachkräftemangel besteht. Sie sollen ihre beruflichen Kompetenzen leichter fortentwickeln und anpassen können. 

Seither war die Förderung grundsätzlich auf Beschäftigte ohne Berufsabschluss, von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) begrenzt. Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte grundsätzlich unabhängig von Qualifikation, Lebensalter und Betriebsgröße ermöglicht und damit weiter geöffnet. Außerdem werden die Förderleistungen verbessert, indem neben den Weiterbildungskosten auch Zuschüsse zum während der Weiterbildung fortgezahlten Arbeitsentgelt an den Arbeitgeber gezahlt werden können. Arbeitsentgeltzuschüsse wurden bislang nur an Arbeitgeber geleistet, die ihre Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt für berufsabschlussorientierte Weiterbildungen freistellen. Nun werden auch Arbeitsentgeltzuschüsse für berufliche Qualifizierungen geleistet, die länger als 160 Stunden dauern und nicht ausschließlich arbeitsplatzbezogen sind. Die Übernahme von Weiterbildungskosten und die Zahlung von Zuschüssen zum Arbeitsentgelt setzen in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße grundsätzlich eine Kofinanzierung durch den Arbeitgeber voraus. Für bestimmte Personengruppen (ältere oder schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in KMU oder solche in Kleinstbetrieben) sind Ausnahmen von diesem Grundsatz möglich.

Nach dem Qualifizierungschancengesetz übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Weiterbildungskosten wie folgt:

  • Bei weniger als 10 Arbeitnehmern: bis zu 100% der Lehrgangskosten und 75% der Lohnfortzahlungskosten.
  • Bei mindestens 10 und weniger als 250 Arbeitnehmern: bis zu je 50% der Lehrgangs- und der Lohnfortzahlungskosten.
  • Bei mindestens 250 und weniger als 2500 Arbeitnehmern: bis zu je 25% der Lehrgangs- und der Lohnfortzahlungskosten.
  • Noch größere Unternehmen erhalten nur bis zu 15% der Lehrgangskosten und 25% der Lohnfortzahlungskosten erstattet. Die Erstattung der Lehrgangskosten kann hier bis zu 25% betragen, wenn besondere Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge bestehen.

Sonderregelungen bestehen für Mitarbeiter über 45 Jahren und Schwerbehinderte. Für sie werden in allen Unternehmen unter 250 Mitarbeitern bis zu 100% der Weiterbildungskosten übernommen.


Das Qualifizierungschancengesetz macht die Förderung der Weiterbildung von 5 Voraussetzungen abhängig:

  • Die Kenntnisse und Fertigkeiten, die vermittelt werden, sind mehr als arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildungen.
  • Der Abschluss in einem anerkannten Beruf liegt in der Regel mindestens 4 Jahre zurück.
  • Der Arbeitnehmer hat in den letzten 4 Jahren vor Antragstellung nicht bereits an einer solchen geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen.
  • Die Maßnahme wird außerbetrieblich oder von einem zugelassenen Träger im Betrieb durchgeführt und dauert mehr als 160 Stunden.
  • Die Maßnahme und ihr Träger sind für diese Förderung zugelassen.

Der Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit berät ausführlich darüber, welche geförderten Maßnahmen für Ihren Arbeitnehmer möglich und sinnvoll sind und welche Anbieter zertifiziert sind. Die Förderung erfolgt nur auf Antrag.


Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie Lexware

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Die Grafik gibt Ihnen einen Überblick über die Höhe der möglichen Zuschüsse für Qualifizierungen von Beschäftigten.
Das Programm unternehmensWert:Mensch wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
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